Die große Abwechslung im Alltag, sein Interesse an unterschiedlichen Menschen und Spaß am Austausch mit ihnen: Deshalb freut sich Jens Nacke, MdL, seit 37 Jahren immer noch täglich über seinen Beruf. Zumindest war dies am 20. April 2026 noch so. An diesem Tag stand der CDU-Politiker aus dem Ammerland nämlich als Vertreter des niedersächsischen Landtagspräsidiums unseren Oberstufenschüler:innen Rede und Antwort. Im Rahmen der Aktion „Präsidium bei Euch“ war er auf Einladung des Fachobmann Politik, Markus Weisbrich, aus Hannover angereist, um über grundsätzliche Fragen der Partizipation im demokratischen Prozess mit unseren Politik-/Wirtschaftskursen aus dem Jg. 12 in Austausch zu treten.
Politische Entscheidungen vor Ort seien immer besonders interessant, so Nacke, denn es gehe dabei um lokale Anliegen, die weniger mit Parteiinteressen zu tun hätten, sondern Bedürfnissen der Menschen in der eigenen Gemeinde, wie z. B. dem nach einem Nachtbus zur Disco, entsprängen. Hier sei eine Partizipation junger Menschen leicht möglich, sei es über das Jugendparlament, über Petitionen oder lokales Engagement für die eigene Sache. Er wolle sich z. B. für das Anliegen eines Anglervereins einsetzen, den Angelschein auch Menschen zu ermöglichen, die aus kognitiven Gründen die Anglerprüfung nicht ablegen könnten.
Weitere Themen des Gesprächs waren u.a. der Alltag eines Landespolitikers, Abläufe im Landtag, ein möglicher Umgang mit dem Überangebot digitaler Informationen sowie mit medialer Hetze und die Frage, was eine Demokratie stabil macht. Für Nacke steht fest: Wenn Menschen erkennen würden, dass Demokratie ein größtmögliches Maß an Sicherheit gewährleiste und in der Lage sei, die aktuellen Probleme anzugehen, stärke sie dies. „Ein grundsätzliches Infragestellen politischer Entscheidungen gehört dagegen zum Kernbereich der Demokratie!“, weist Nacke das häufig zu hörende Argument, der aktuelle politische Streit zerstöre unsere Demokratie, zurück.
Unsere Schüler:innen hatten sich zuvor im Unterricht auf den Besuch des Landtagsvizepräsidenten intensiv vorbereitet und starteten die Diskussionsveranstaltung damit, dem Juristen ein paar Spaß-Alternativen zur Auswahl anzubieten, um eine persönliche Atmosphäre herzustellen und das Eis zu brechen. Doch das war bei diesem lockeren Gast gar nicht nötig. Auf die Frage nach der bevorzugten Nudellänge konterte er beispielsweise: „Lange Nudeln sind der natürliche Feind des weißen Hemdes.“
(Rita Cremering)


