Digitalisierung

 

Ende der Kreidezeit am Greselius-Gymnasium: Digitale Boards statt grüner Tafeln

Die Kreidezeit ist am Greselius-Gymnasium nun endgültig vorbei. Am 14. Dezember machte die letzte grüne Tafel im Sekundarbereich I Platz für die neuen digitalen Boards. Ab Sommer kommen dann Tablets als persönliche Arbeitsgeräte hinzu, zunächst für den Jg. 9. Dies beschloss die Gesamtkonferenz Mitte Dezember.

Im letzten Jahr tat sich viel am GGB: Glasfaserkabel wurden verlegt, die Klassenräume digital aufgerüstet - die technischen Voraussetzungen für ein neues Lernzeitalter sind dank des Digitalpaktes jetzt nicht nur im Oberstufenhaus, sondern im gesamten Gymnasium gegeben. Dass dies nicht reicht, war den Greselianer:innen jedoch immer klar. Deshalb intensivierte die Arbeitsgruppe „Digitalisierung“ ihre Arbeit gemäß dem vom Schulpädagogen Hilbert Meyer indirekt gegebenen Auftrag: „Die digitale Welt ist einfach da und die Frage ist nicht ob, sondern wie die Schule damit angemessen umgeht.“

„Natürlich geht es uns um die Vermittlung einer angemessenen Medienkompetenz, um die Schüler:innen  auf das Leben und Arbeiten in einer digitalisieren Welt vorzubereiten“, unterstreicht Rafael Tolksdorf von der Arbeitsgruppe. Dazu gehöre aber auch, die Lernenden zu einem verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit den neuen Medien anzuleiten, also zum Beispiel ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch im Internet Gefahren lauern und Rechte und Gefühle anderer zu achten sind.

Um diesen Ansprüchen gerecht werden zu können, hat sich das GGB dafür entschieden,
über Boards und Computer im Klassenunterricht die digitalen Lernmöglichkeiten zu intensivieren. Die jüngsten Greselianer:innen erhalten zudem bereits seit einigen Jahren eine vorbereitende Einführung in das zielführende Arbeiten mit Internet und Schulserver.
„Lerninhalte können digital deutlich leichter als im herkömmlichen Unterricht sichtbar gemacht und wiederaufgegriffen werden.“  Rafael Tolksdorf von der Arbeitsgruppe ist sich der Vorteile des neuen Lernwegs sicher. Aber noch viel wesentlicher sei für ihn, dass mithilfe digitaler Tools Lernen sowohl individueller gestaltet werden könne als auch mehr Kooperation ermögliche.

Auch der Schulelternrat und die Schülervertretung (SV) begrüßen den Weg ins digital unterstützte Lernen im gesamten Gymnasium ausdrücklich.  Viele Oberstufenschüler:innen  machen bereits seit eineinhalb Jahren positive Erfahrungen damit. Im Oberstufengebäude ist die Arbeit mit digitalen Tafeln Standard, viele Lernende nutzen zudem ihre Tablets als Arbeitsmittel. „So kann man Tafelbilder mit verschiedenen Farben erstellen und diese sogar abspeichern, schnell ein Video anschalten oder mit fachspezifischen Programmen arbeiten“, zeigt Schulsprecher Matthis Waldkötter einige der Vorteile auf.

In jedem Greselius-Klassenzimmer kann nun über die Boards problemlos auf vorbereitete digitale Materialien, Apps und Internetinhalte zugegriffen werden. Mithilfe von digitalen Endgeräten ist es auch möglich, den eigenen Bildschirm auf die Tafel zu projizieren (spiegeln) und so Beiträge mit anderen zu teilen und gemeinsam zu bearbeiten. Dadurch wird der Unterricht vielfältiger und anschaulicher.

Die nun angeschafften Boards in den Klassenräumen sind der erste Schritt, digitale Endgeräte für die Lernenden der nächste. Dieser soll im Sommer mit dem kommenden Jahrgang 9 starten. Die Arbeitsgruppe präferiert Tablets für alle Lernenden, weil sie leistungsstark, robust, sofort einsetzbar sowie nach Erfahrungen etlicher Schulen weniger störanfällig und besser zu verwalten sind als Laptops. „Die Wahl fiel am Ende der Recherchen auf iPads, die zwar etwas teurer als manche Konkurrenzgeräte sind, aber als zuverlässig und relativ langlebig gelten und schulisch gut zu verwalten sind“, berichtet Tobias Stich von der Digitalisierungsgruppe. Die hohen Kosten könnten zum Teil dadurch ausgeglichen werden, dass die Anschaffung digitaler Wörterbücher entfalle, da diese als Apps auf den Tablets installiert würden.

Dass die Einsatzmöglichkeiten der neuen Geräte vielfältig sind, ist von vielen Unterrichtenden am Greselius bereits erprobt worden. Die Tablets bieten Wege interaktiver Zusammenarbeit, zum Beispiel an einem Text oder Lernplakat, können zum Bearbeiten digitaler Arbeitsblätter benutzt werden und eröffnen neue, individuelle Möglichkeiten zum Lernen, beispielsweise von Fremdsprachen, zum Veranschaulichen von naturwissenschaftlichen Experimenten und für kreative Aufgaben, indem zum Beispiel Videos oder Hörbücher gestaltet werden.  „Mit den Tablets ist die Zeit, in denen die Unterlagen und Arbeitsblätter in den Blöcken verloren gingen, vorbei“, freut sich die SV über die Entscheidung der Gesamtkonferenz. „Alles ist immer parat. Außerdem ist das Führen einer Mappe auf dem iPad deutlich strukturierter und ordentlicher, wie wir aus eigenen Erfahrungen bestätigen können. Skizzen sind einfacher und schöner zu machen, die Notizen gehen nicht verloren und auch Arbeitsblätter können unproblematisch in die digitale Mappe eingefügt werden.“

Damit das iPad als Arbeitsgerät stets auf aktuellem Stand und auch prüfungstauglich ist, soll es durch die Schule verwaltet werden. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass alle Geräte wirklich auch spontan im Unterricht einsetzbar und auf dem gleichen Stand sind.  

„Im kommenden Halbjahr, wenn auch das Kollegium mit iPads ausgestattet ist, wird es bei uns zahlreiche Fortbildungen geben, um alle fit für den neuen Unterricht zu machen“, verspricht der kommissarische Schulleiter Klaus Wahlbrink. Denn es gehe ja nicht nur um die digitale Praxis, sondern auch um die neue Art des Unterrichtens. „Nur das alte Arbeitsblatt durch ein Pdf zu ersetzen ist nicht weiterführend“. Viele Kolleg:innen hätten aber nicht erst während des letztjährigen Lockdowns im Homeschooling Erfahrungen mit digitalem Unterricht gesammelt, worauf sie aufbauen könnten. „Es ist klar, dass sich Lehrer:innen und Schüler:innen noch etwas einarbeiten müssen, dennoch freuen wir uns sehr über diesen Schritt“, unterstreicht Schülersprecher Waldkötter.

(Rita Cremering)