Diskutieren mit dem Präsidenten
Im lockeren Plauderton machte sich der EU-Parlamentspräsident Dr. Hans-Gert Pöttering am 09.02. 2009 den Schülerinnen und Schülern des Greselius-Gymnasiums bekannt. Dass er aber durchaus auch auf komplexe Fragen zu fast allen Bereichen der europäischen Politik Rede und Antwort stehen kann, bewies er in einem fast zweistündigen Gespräch mit den rund 160 Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II.

Dr. Pöttering mit Schülern in der Pausenhalle
Die gesamte Schülerschaft hatte sich größtenteils auf dem Boden sitzend in der Aula versammelt. Die Big Band der Schule präsentierte einige swingende Hits – erstmalig übrigens unter ihrem neuen Leiter, Kai Lünnemann. In dieser entspannten Atmosphäre fühlte sich Hans-Gert Pöttering sichtlich wohl. Neben einigen Anekdoten hatte er dem jungen Publikum vor allem eines mit auf den weiteren Lebensweg zu geben: Auch nach einem Rückschlag in der Laufbahn kann es wieder ganz nach oben gehen. Er selbst konnte sich trotz einer Ehrenrunde in Klasse sieben über das beste Abitur seiner Abschlussklasse freuen. Zum Thema Europa wies er seine Zuhörer eindringlich darauf hin, wie wichtig und unverzichtbar die EU zur Sicherung von Frieden, Freiheit und politischer Stabilität in Europa sei.
Nach der gut halbstündigen Begrüßung hatte sich der in Bad Iburg wohnende Präsident noch zwei Schulstunden Zeit für die Oberstufe des Greselius-Gymnasiums reserviert. Unter der Leitung von Marcel Buchmann, Lars Bielak, Maximilian Kanig und Mona Sefen bewegte sich die zum Teil sehr angeregte Diskussion zwischen dem Lokalen und dem Globalen: Einerseits stellten die Schülerinnen und Schüler dar, wie sich die verkürzte Schulzeit negativ auf das kosmopolitische Leben der Bramscher Schülerinnen und Schüler auswirkt. Auslandsjahre während der Schulzeit sind endgültig nur mit einem zusätzlichen Schuljahr zu ermöglichen und damit unattraktiver geworden. Andererseits zeigte Pöttering die Stärke der EU am Beispiel der Bankenkrise auf. „Wenn wir den Euro nicht hätten, dann wären wir in Europa jetzt in viel größeren Schwierigkeiten“, ist sich der Parlamentspräsident sicher, da sich die Krise durch die komplizierten Wechselkurs-Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern weiter verschärft hätte.

Diskussion mit Oberstufenschülern in der ehemaligen Bibliothek
„Für unsere Schule ist der Besuch von Hans-Gert Pöttering etwas ganz Besonderes“, freute sich Schulleiter Klaus-Jügen Bock schon im Vorfeld auf das Kommen des Politikers. Während des Besuches wurde auch deutlich warum: Das Greselius-Gymnasium möchte bei der obersten Schulbehörde den Titel „Europaschule“ beantragen, da es die erlassmäßig dargelegten Ziele und Kriterien überwiegend erfüllt. Abschließend sprach Bock daher gleich seine nächste Einladung aus: Wenn es zur Verleihung des Titels komme, möge Pöttering doch wieder vorbeischauen. Dieser sagte gerne zu und nahm sich vor, dann auch die Fremdsprachenkenntnisse der Greselianer abzuprüfen – vorzugsweise in Englisch. Wir werden berichten.
HOH/JJU




