• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Balu rät: Versuchs mal mit Gemütlichkeit

Drucken

Theater Osnabrück lädt Bramscher Balus und Moglis ins „Dschungelbuch“ ein

Dschungelbuch
Wie soll man sich als junger Mensch im Dschungel des Lebens orientieren? Der Bär Balu weiß Rat: „Versuchs mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit!“. Spätestens als dieser Song erklingt, stimmen auch die rund 50 Balus und Moglis aus Bramsche im Großen Haus Osnabrück begeistert mit ein. Auf Einladung des Theaters genießen sie, die Teilnehmer des Mentorenprojektes „Balu und Du“, in der vergangenen Woche einen Vormittag im „Dschungelbuch“.

Dass das Leben im Dschungel ganz schön verwirrend und auch gefährlich sein kann, erfährt der Menschenjunge Mogli in Kiplings „Dschungelbuch“ früh. Wie man diese Zeit jedoch an der Seite guter Freunde nicht nur meistern, sondern sie auch genießen und von den vielen unterschiedlichen Erlebnissen profitieren kann, zeigten die Osnabrücker Schauspieler den Kindern in ihrem diesjährigen Weihnachtsstück.

Für die Bramscher war diese Erfahrung eine ganz besondere: Gehören sie doch zu einem Projekt, das seinen Namen eben diesem literarischen Werk verdankt. Grundgedanke des von der Universität Osnabrück initiierten Projektes ist, dass Jugendliche die Grundschulkinder auf einem Stück Lebensweg begleiten - so wie der Bär Balu den Jungen Mogli. Sie sind große Freunde, die vierzehntägig einen Nachmittag lang ihre Freizeit mit ihren Moglis verbringen, sie viel ausprobieren lassen, sich Zeit nehmen zum Spielen, Zuhören, Erklären, für Späße, für neue Erfahrungen auf dem Weg durch den Dschungel des Alltags.

Dies war vor vierzehn Tagen am „Tag des Vorlesens“ beispielsweise das Erlebnis, als Grundschüler zusammen mit dem Balu Kindergartenkindern zu zeigen, wie toll es ist, wenn man selbst anderen vorlesen darf und kann. Ihre Wegbegleitung reflektieren die 27 Oberstufenschüler des Greselius-Gymnasiums, die aktuell als Balus engagiert sind, anschließend in einem Tagebuch und im Rahmen einer Seminarfachveranstaltung.

„Mogli!“ Die Kinder in der vorderen Reihe sind sich einig: Mogli gefällt ihnen im Osnabrücker Theater am besten: So wie er auf Trampolinreifen durch den Bühnendschungel springt, am Boden turnt und auf die grünen Türme klettert, das beeindruckt sie. Doch auch „der“ merkwürdige Ka mit seiner großen schwarzen Brille und dem hypnotischen Singsang hinterlässt großen Eindruck, vor allem wenn er sich „häutet“ und das nächste lange glitzernde Kleid zum Vorschein kommt. Erik dagegen interessiert sich weniger für die Geschichte als für die Bühnentechnik, dafür, wie die „Baumstämme“ ein so wechselndes Licht ausstrahlen können, und diskutiert mit seinem Balu darüber.

Die Bramscher haben vom Parkett aus einen guten Überblick über das Bühnengeschehen und verfolgen, wie das Kind Mogli an der Seite von Balu, Baghira und Ka dem Tiger Shir Khan trotzt und seinen Weg findet. Am Ende bedeutet das dann Abschied nehmen von Balu, dem wichtigsten Wegbegleiter. Im Frühjahr werden 15 der Bramscher Moglis dies auch machen müssen, wenn mit dem Abitur ihrer Balus die eineinhalbjährige gemeinsame Reise durch den Dschungel endet.

(Rita Cremering)